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Fenbendazol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzimidazole, der seit Jahrzehnten in der Tiermedizin eingesetzt wird. Hauptsächlich dient er als Anthelminthikum (Entwurmungsmittel) gegen verschiedene Parasiten wie Spulwürmer, Bandwürmer und Hakenwürmer bei Hunden, Katzen, Pferden oder Rindern.
Doch in den letzten Jahren hat Fenbendazol Aufmerksamkeit in einem ganz anderen Bereich bekommen: der Krebsforschung. Immer mehr präklinische Studien, Fallberichte und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass Fenbendazol möglicherweise eine Rolle in der Krebsprävention und -therapie spielen könnte.
Fenbendazol gehört zur Stoffgruppe der Benzimidazole. Zu den eng verwandten Substanzen zählen Mebendazol, Albendazol und Thiabendazol, die teilweise auch beim Menschen als Antiparasitika zugelassen sind.
Die Wirkweise von Fenbendazol besteht darin, an das Protein β-Tubulin zu binden. Dadurch wird die Bildung von Mikrotubuli verhindert, die für die Zellteilung essenziell sind. Dieser Mechanismus erklärt, warum Fenbendazol nicht nur Parasiten, sondern auch Krebszellen im Wachstum hemmen kann.
Ohne funktionierende Mikrotubuli können sich Krebszellen nicht korrekt teilen. Das bremst ihr Wachstum.
Fenbendazol reduziert die Glukoseaufnahme in Zellen. Da Krebszellen extrem glukosehungrig sind, geraten sie schneller in einen Energiemangel.
Fenbendazol kann Krebszellen in den programmierten Zelltod schicken.
Einige Studien deuten darauf hin, dass Fenbendazol die Wirkung von Chemotherapien und Strahlentherapien verstärken könnte.
Eine südkoreanische Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass Fenbendazol das Wachstum von nicht-kleinzelligen Lungenkrebszellen hemmen konnte. Besonders interessant: In Kombination mit Vitamin E waren die Effekte noch stärker.
Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30591464/
Eine weitere Studie belegte, dass Fenbendazol das Tumorwachstum bei Mäusen verlangsamte, indem es Mikrotubuli destabilisierte und den Stoffwechsel von Krebszellen beeinflusste.
Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31844048/
Auch Überblicksarbeiten zeigen, dass Benzimidazole im Allgemeinen, darunter auch Mebendazol und Albendazol, antitumorale Effekte haben.
Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6613495/
Bis heute gibt es keine groß angelegten klinischen Studien mit Fenbendazol am Menschen. Die bisherige Evidenz stammt aus Tierversuchen, Zellkulturstudien und einzelnen Erfahrungsberichten.
International bekannt wurde Fenbendazol durch den US-Amerikaner Joe Tippens.
Diagnose: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Stadium 4
Prognose: wenige Monate Lebenszeit
Selbstversuch: Einnahme von Fenbendazol kombiniert mit Curcumin, CBD-Öl und Vitamin E
Ergebnis laut eigener Aussage: Rückgang der Tumore bis zur vollständigen Remission
Seine Geschichte verbreitete sich rasant über seinen Blog “My Cancer Story Rocks”. Millionen von Menschen lasen davon und viele Betroffene begannen, ähnliche Selbstversuche zu unternehmen.
Wissenschaftlich bestätigt ist dieser Einzelfall jedoch nicht. Er zeigt lediglich, wie stark Hoffnung und Erfahrungsberichte alternative Wege in der Krebsbehandlung anstoßen können.
Wird beim Menschen als Entwurmungsmittel eingesetzt. Studien deuten auf eine Hemmung von Glioblastomen und Darmkrebszellen hin.
Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27889651/
In der Humanmedizin ebenfalls bei Parasitenbefall zugelassen. Kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und zeigte Wirkung gegen Hirntumoren in Tiermodellen.
Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24535140/
Die Verwandtschaft dieser Wirkstoffe ist ein Grund, warum Forscher auch Fenbendazol als potenziell wirksam ansehen.
Nebenwirkungen bei Tieren sind meist mild, z. B. Magen-Darm-Beschwerden.
Mögliche Risiken beim Menschen umfassen Leberbelastung, Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen.
Langzeitrisiken sind nicht erforscht.
Rechtlich ist Fenbendazol nicht für den Menschen zugelassen.
Besonders kritisch ist, dass die richtige Dosierung beim Menschen nicht erforscht ist. Selbstmedikation bleibt daher riskant.
Fenbendazol ist ein Beispiel für sogenanntes Drug Repurposing, also die neue Verwendung eines bekannten Medikaments für andere Indikationen.
Andere prominente Beispiele:
Metformin (Diabetes-Medikament), das in Studien gegen Krebs untersucht wird
Ivermectin (Antiparasitikum), das in präklinischen Krebsmodellen getestet wird
Statine (Cholesterinsenker), die mögliche Anti-Krebs-Effekte haben
Fenbendazol reiht sich in diese Gruppe ein. Es ist kostengünstig, lange erprobt in der Tiermedizin und könnte daher bei Bestätigung seiner Wirkung eine große Rolle spielen.
Fenbendazol ist ein vielversprechender Kandidat in der experimentellen Krebsforschung.
Hemmt die Krebszellteilung
Stört den Zuckerstoffwechsel
Induziert Apoptose
Könnte die Wirkung klassischer Krebstherapien verstärken
Es fehlen klinische Studien am Menschen
Nebenwirkungen und Langzeitrisiken sind unklar
Nicht zugelassen für den Menschen
Die bisherigen Daten sind interessant, aber Fenbendazol ist noch weit entfernt von einem anerkannten Krebsmedikament. Für die Zukunft könnte es jedoch ein spannender Kandidat in klinischen Studien sein.