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N-Acetylcystein (NAC) – Antioxidans, Entgifter, Krebstherapie

N-Acetylcystein, kurz NAC, ist ein altbekanntes Medikament und Nahrungsergänzungsmittel, das ursprünglich als Schleimlöser bei Atemwegserkrankungen eingesetzt wurde. Doch in den letzten Jahren ist NAC verstärkt in den Fokus der wissenschaftlichen Forschung gerückt. Grund: Es ist nicht nur ein Mukolytikum, sondern auch ein starkes Antioxidans, Vorläufer von Glutathion, Entgifter und potenzieller Unterstützer in der Krebsmedizin.


Was ist N-Acetylcystein?

  • NAC ist die acetylierte Form der Aminosäure Cystein.

  • Es ist ein Prodrug für Glutathion, eines der wichtigsten körpereigenen Antioxidantien.

  • Bereits seit den 1960er-Jahren als Hustenlöser und später als Antidot bei Paracetamol-Vergiftung bekannt.


Klassische Einsatzgebiete

  1. Mukolytikum (Schleimlöser):
    NAC spaltet Disulfidbrücken im Schleim und macht ihn dünnflüssiger. Anwendung bei Bronchitis, COPD und Mukoviszidose.

  2. Antidot bei Paracetamol-Überdosierung:
    NAC verhindert Leberversagen, indem es die Glutathionreserven der Leber wieder auffüllt.
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20618386/

  3. Leber- und Nierenschutz:
    Einsatz in Kliniken zur Prävention von Kontrastmittel-induzierten Nierenschäden.


Biologische Wirkungen von NAC

  • Antioxidativ: Erhöht Glutathionspiegel, neutralisiert freie Radikale.

  • Entzündungshemmend: Senkt proinflammatorische Zytokine.

  • Entgiftend: Unterstützt Leber- und Nierenfunktion.

  • Immunmodulierend: Reguliert Überreaktionen des Immunsystems.

  • Neuroprotektiv: Schützt Nervenzellen durch Reduktion von oxidativem Stress.


NAC in der Krebsforschung

1. Schutz vor DNA-Schäden

Oxidativer Stress ist ein entscheidender Faktor bei Krebsentstehung. NAC reduziert DNA-Schäden durch freie Radikale.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18454554/

2. Hemmung von Tumorwachstum

Einige präklinische Studien zeigen, dass NAC das Wachstum bestimmter Tumoren hemmen kann – unter anderem durch:

  • Hemmung von NF-κB (entzündungsförderndes Protein)

  • Störung des Tumorstoffwechsels

  • Förderung von Apoptose in Krebszellen

Eine Arbeit von 2015 zeigte, dass NAC das Wachstum von Melanomzellen reduzieren kann.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25697428/

3. Kombination mit Chemotherapie

NAC schützt gesunde Zellen vor Schäden durch Chemo- und Strahlentherapie, ohne die Wirksamkeit gegen Tumorzellen unbedingt zu mindern. Allerdings gibt es widersprüchliche Daten – in manchen Fällen kann eine zu starke antioxidative Wirkung auch den Angriff auf Krebszellen abschwächen.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23879188/

4. Einfluss auf Metastasierung

Eine Studie deutet darauf hin, dass NAC die Metastasenbildung reduzieren könnte, da es den oxidativen Stress in der Mikroumgebung von Tumoren beeinflusst.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24317129/


NAC bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

1. Depressionen und Zwangsstörungen

Klinische Studien zeigen, dass NAC Symptome bei Depression, bipolaren Störungen und Zwangserkrankungen verbessern kann.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24501884/

2. Suchttherapie

NAC wird in Studien zur Behandlung von Kokain-, Cannabis- und Spielsucht getestet, da es das Glutamat-System im Gehirn stabilisiert.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20067414/

3. Neuroprotektion

NAC verbessert die Mitochondrienfunktion und schützt vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25701042/


NAC und das Immunsystem

  • Bei Infekten: NAC reduziert die Häufigkeit und Schwere von Atemwegsinfekten.

  • Bei HIV: Studien zeigen eine Stabilisierung des Glutathionspiegels, was das Immunsystem stärkt.
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10419465/


NAC in der Anti-Aging-Forschung

Da NAC die Telomeraseaktivität und antioxidative Systeme unterstützt, wird es in der Longevity-Forschung als Anti-Aging-Mittel untersucht.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30853331/


Sicherheit und Nebenwirkungen

NAC gilt als sehr sicher.

  • Häufige Nebenwirkungen: leichte Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Kopfschmerzen

  • Sehr selten: allergische Reaktionen, Hautausschläge

  • Orale Dosis in Studien: 600–1800 mg täglich

  • Intravenös: wird klinisch bei Vergiftungen in höheren Dosen verabreicht


NAC in der integrativen Medizin

Viele ganzheitliche Therapien setzen NAC zur Unterstützung ein:

  • Leberdetox

  • Kombination mit Vitamin C und Alpha-Liponsäure für antioxidativen Schutz

  • Immunstärkung bei Infekten und Krebs

  • Nervenschutz bei Chemotherapie


Fazit

N-Acetylcystein ist weit mehr als ein klassisches Schleimlösungsmittel.

  • Es stärkt die zelluläre Abwehr durch Glutathion,

  • schützt Leber, Nieren und Nerven,

  • wirkt antioxidativ und immunmodulierend,

  • zeigt vielversprechende Effekte in der Krebsforschung und bei psychischen Erkrankungen.

Während die klinische Evidenz bei Krebs noch begrenzt ist, sind die Daten zu Leber- und Nervenschutz eindeutig. NAC ist damit ein vielseitiges, sicheres und günstiges Molekül, das in Zukunft eine noch größere Rolle in der integrativen Medizin spielen könnte.


Quellen

  1. Antidot bei Paracetamolvergiftung: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20618386/

  2. DNA-Schutz: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18454554/

  3. NAC und Melanom: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25697428/

  4. NAC in Kombination mit Chemo: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23879188/

  5. Metastasierung: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24317129/

  6. Depression/Zwangsstörung: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24501884/

  7. Suchttherapie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20067414/

  8. Neuroprotektion: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25701042/

  9. HIV und Immunsystem: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10419465/

  10. Anti-Aging-Forschung: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30853331/

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