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Rotlichttherapie – Heilung durch Licht

Die Rotlichttherapie ist eine der ältesten und zugleich modernsten Formen der Behandlung in der Naturheilkunde. Schon im 19. Jahrhundert nutzte man Wärme- und Lichtbestrahlung, um Heilungsprozesse zu unterstützen. Heute erlebt die Methode eine Renaissance, diesmal jedoch auf wissenschaftlich fundierter Basis.

Insbesondere Rotlicht (Wellenlänge 600–700 nm) und Nahinfrarotlicht (700–1000 nm) haben sich als wirksam erwiesen, um die Zellen des Körpers auf ganz besondere Weise zu stimulieren. In der Forschung spricht man oft von Photobiomodulation (PBM).


Was ist Rotlichttherapie?

Rotlichttherapie nutzt niedrig-energetisches Licht, das tief ins Gewebe eindringt. Anders als bei UV-Strahlen entsteht dabei keine schädliche Ionisierung. Stattdessen stimuliert das Licht gezielt die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen.

Die wichtigste Wirkung entsteht durch die Aktivierung des Enzyms Cytochrom-c-Oxidase. Dieses Enzym reagiert auf die Photonen des Rotlichts, wodurch mehr ATP (Adenosintriphosphat) gebildet wird. ATP ist die zentrale Energiequelle der Zellen – mehr ATP bedeutet: bessere Regeneration und Heilung.


Anwendungsgebiete der Rotlichttherapie

1. Schmerzlinderung und Entzündungshemmung

Zahlreiche Studien zeigen, dass Rotlicht Schmerzen reduzieren kann, indem es Entzündungsbotenstoffe herunterreguliert und die Durchblutung verbessert.

Eine Metaanalyse von 2017 kam zu dem Schluss, dass Rotlichttherapie bei Arthrose und chronischen Gelenkschmerzen signifikante Verbesserungen bringt.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29140974/

Auch bei Rückenschmerzen und Nackenschmerzen gibt es überzeugende Daten.

2. Hautgesundheit und Anti-Aging

Rotlicht wird in der Dermatologie breit eingesetzt:

  • Stimuliert die Kollagenproduktion → glattere Haut, weniger Falten

  • Beschleunigt die Wundheilung

  • Verbessert die Narbenbildung

  • Lindert Akne und Hautentzündungen

Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass Rotlicht die Hautelastizität und den Teint deutlich verbessern kann.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24078483/

3. Muskelregeneration und Sport

Für Sportler ist Rotlicht besonders interessant. Durch die verbesserte ATP-Bildung und Durchblutung können Muskeln nach Belastung schneller regenerieren.

Eine Übersichtsarbeit von 2018 belegt: Rotlichttherapie reduziert Muskelkater und verbessert die Leistungsfähigkeit.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29799463/

4. Gehirn und Neuroprotektion

Nahinfrarot dringt sogar durch die Schädelknochen hindurch und kann Gehirnzellen erreichen. Erste Studien deuten darauf hin, dass PBM die kognitive Funktion verbessern und neurodegenerative Erkrankungen positiv beeinflussen könnte.

Eine Pilotstudie mit Alzheimer-Patienten zeigte Verbesserungen in Gedächtnis und Schlafqualität nach regelmäßiger Rotlichtbestrahlung.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27032804/

5. Krebsbegleitende Therapie

Rotlicht selbst wird nicht als Krebsheilmittel eingesetzt. Aber in der Photodynamischen Therapie (PDT) spielt es eine Schlüsselrolle: Spezielle Photosensitizer werden in Tumoren angereichert und anschließend mit Rot- oder Nahinfrarotlicht bestrahlt. Das erzeugt reaktive Sauerstoffspezies, die Krebszellen abtöten.

Eine Übersicht von 2020 beschreibt den Einsatz von Rotlicht in der PDT bei Haut- und Mundhöhlenkrebs.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32577189/

6. Psychische Gesundheit

Es gibt Hinweise, dass Rotlicht auf die Ausschüttung von Neurotransmittern wirkt. Pilotstudien deuten positive Effekte bei Depressionen und Schlafstörungen an.


Vorteile der Rotlichttherapie

  • nicht-invasiv

  • schmerzfrei

  • kaum Nebenwirkungen

  • kann mit anderen Therapien kombiniert werden


Risiken und Sicherheit

Rotlichttherapie gilt als sehr sicher. Mögliche Nebenwirkungen:

  • vorübergehende Hautrötung

  • bei Überdosierung: leichte Kopfschmerzen oder Augenbelastung

Wichtig ist die Verwendung einer richtigen Wellenlänge und Dosierung. Zu schwaches Licht wirkt nicht, zu starkes kann die Wirkung umkehren.


Rotlicht vs. Nahinfrarot

  • Rotlicht (600–700 nm): Wirkt besonders gut auf Haut, oberflächliche Gewebe und Kollagen.

  • Nahinfrarot (700–1000 nm): Dringt tiefer ein, erreicht Muskeln, Gelenke und sogar das Gehirn.

Viele moderne Geräte kombinieren beide Wellenlängen.


Rotlicht im Alltag

  • Heimgeräte mit LED-Panels sind heute leicht erhältlich

  • Einsatzbereiche: Hautpflege, Muskelregeneration, Gelenkschmerzen

  • Wichtig: Konsistenz – mehrere Sitzungen pro Woche sind meist erforderlich


Forschung und Zukunft

Die Forschung zu Rotlichttherapie boomt. Besonders interessant sind aktuelle Studien zu:

  • Neurodegenerative Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson)

  • Depression und Schlafstörungen

  • Leistungssport und Regeneration

  • Krebsbegleitende Photodynamische Therapie

Es ist wahrscheinlich, dass Rotlicht in den nächsten Jahren nicht nur in der Naturheilkunde, sondern auch in der Schulmedizin einen festen Platz einnehmen wird.


Fazit

Rotlichttherapie ist ein uraltes, gleichzeitig hochmodernes Heilverfahren. Sie wirkt auf die Zellebene, indem sie die Energieproduktion steigert, Entzündungen lindert und Heilungsprozesse beschleunigt.

Besonders überzeugend sind die Ergebnisse bei Hautproblemen, Schmerzen, Muskelregeneration und sogar neurodegenerativen Erkrankungen.

Während weitere Studien notwendig sind, zeigt sich bereits: Rotlicht ist eine der vielversprechendsten natürlichen Therapieformen der Zukunft.


Quellen

  1. Rotlicht bei Arthrose und Gelenkschmerzen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29140974/

  2. Haut- und Anti-Aging-Effekte: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24078483/

  3. Muskelregeneration und Sport: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29799463/

  4. Alzheimer-Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27032804/

  5. Photodynamische Therapie bei Krebs: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32577189/

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