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Quercetin gehört zu den Flavonoiden, einer großen Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, die in vielen Obst- und Gemüsesorten vorkommen. Besonders reichhaltig findet man es in Zwiebeln, Äpfeln, Beeren, Kapern und grünem Tee. In den letzten Jahren hat Quercetin in der Forschung enorme Aufmerksamkeit erhalten – nicht nur wegen seiner antioxidativen Eigenschaften, sondern auch, weil es direkt in Signalwege von Tumorzellen eingreifen kann.
Im Folgenden erhältst du einen ausführlichen Überblick über Quercetin, seine biochemischen Wirkmechanismen, die wichtigsten Studien (inkl. Quellen als direkte PubMed-Links im gewünschten Format) sowie mögliche therapeutische Ansätze – insbesondere im Kontext der Krebsbehandlung.
Quercetin ist ein Polyphenol, genauer ein Flavonol. Seine chemische Struktur ermöglicht es, freie Radikale zu neutralisieren, Metallionen zu binden und Entzündungsprozesse zu regulieren.
Hauptquellen in der Nahrung:
Zwiebeln (vor allem rote und gelbe Sorten)
Äpfel (besonders in der Schale)
Kapern
Brokkoli, Grünkohl, Spinat
Beerenfrüchte (Heidelbeeren, Holunder, Cranberries)
Grüner Tee und Rotwein
Die tägliche Aufnahme über die Ernährung liegt im Durchschnitt bei 5–40 mg, während therapeutisch eingesetzte Dosen deutlich höher sind (bis zu 500–1000 mg/Tag).
Quercetin reduziert oxidativen Stress, indem es freie Radikale neutralisiert und die körpereigene Glutathion-Produktion unterstützt. Gleichzeitig hemmt es entzündungsfördernde Enzyme wie COX-2 und Signalwege wie NF-κB, die bei Krebs und chronischen Erkrankungen eine zentrale Rolle spielen.
Mehrere Studien zeigen, dass Quercetin:
Tumorzellwachstum hemmen kann (durch Zellzyklusarrest in der G1- oder G2/M-Phase),
Apoptose (programmierten Zelltod) in Krebszellen auslöst,
die Angiogenese (Bildung neuer Blutgefäße) unterdrückt, die Tumore für ihr Wachstum benötigen,
Metastasierung blockieren kann, indem es die Migration und Invasion von Krebszellen hemmt.
Besonders spannend: Quercetin verstärkt die Wirkung klassischer Zytostatika wie Cisplatin oder Doxorubicin und kann gleichzeitig deren Nebenwirkungen abmildern. Studien deuten auch darauf hin, dass es Multidrug-Resistenz (MDR) in Krebszellen überwindet, also Tumoren wieder empfindlich für Chemotherapien machen kann.
Hier einige der wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten:
Quercetin und Krebszellen – Eine Übersichtsarbeit bestätigt die Rolle von Quercetin bei der Hemmung von Tumorwachstum und Metastasenbildung.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36615878/
Synergie mit Chemotherapie – In einer Studie an Brustkrebszellen verstärkte Quercetin die Wirkung von Doxorubicin, indem es Resistenzmechanismen blockierte.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29333082/
Apoptose-Induktion – Quercetin löst in Lungenkrebszellen Zelltod durch mitochondriale Signalwege aus.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31211661/
Anti-angiogenetisch – Hemmung der Blutgefäßneubildung durch Unterdrückung von VEGF-Signalen.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26154687/
Kombination mit Curcumin – Starke synergistische Effekte bei Kolorektalkarzinomen, wenn Quercetin zusammen mit Curcumin gegeben wurde.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31401856/
Ein zentrales Problem: Quercetin wird im Darm nur schlecht aufgenommen. Neue Strategien verbessern jedoch die Bioverfügbarkeit:
Quercetin-Phospholipid-Komplexe (z. B. Quercetin-Phytosome)
Mizellen- und Liposomenformulierungen
Kombination mit Vitamin C oder Bromelain, die die Resorption steigern
Die Studienlage variiert stark, aber häufig genutzte Dosierungen:
Präventiv / antioxidativ: 250–500 mg pro Tag
Therapeutisch (Studien zu Krebs, chronischen Erkrankungen): 500–1000 mg pro Tag, teils auch höher
In Kombination: mit Vitamin C, Curcumin oder EGCG (Grüntee-Extrakt) für stärkere Effekte
Neben Krebs zeigt Quercetin Potenzial bei:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Blutdrucksenkung, Schutz der Gefäße)
Neurodegeneration (möglicher Schutz vor Alzheimer durch Hemmung von β-Amyloid-Ablagerungen)
Allergien und Asthma (Mastzellstabilisierung, Verringerung von Histaminfreisetzung)
Virusinfektionen – Studien zeigten antivirale Effekte gegen Influenza und sogar gegen SARS-CoV-2.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35230969/
Quercetin gilt in Studien bis 1000 mg/Tag über mehrere Monate als sicher. Leichte Nebenwirkungen können Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden sein. Sehr hohe Dosen (über 2 g/Tag) sind noch unzureichend untersucht.
Quercetin ist weit mehr als ein Antioxidans – es greift direkt in die Signalnetzwerke von Tumorzellen ein, macht resistente Krebszellen wieder angreifbar und wirkt gleichzeitig entzündungshemmend, antiviral und gefäßschützend. Besonders spannend sind Kombinationstherapien mit Curcumin, Vitamin C oder klassischen Zytostatika, bei denen Quercetin sowohl die Wirkung verstärken als auch Nebenwirkungen abmildern kann.
Damit gehört Quercetin zu den vielversprechendsten pflanzlichen Substanzen in der komplementären Krebsforschung.