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Andrographolid ist der wichtigste bioaktive Wirkstoff der Heilpflanze Andrographis paniculata, die in Asien den Beinamen „King of Bitters“ trägt. Seit Jahrhunderten wird die Pflanze in der traditionellen Medizin Indiens, Chinas und Thailands bei Infektionen, Fieber, Verdauungsproblemen und Lebererkrankungen eingesetzt.
In den letzten Jahren hat sich Andrographolid in der modernen Forschung als entzündungshemmend, antiviral, immunmodulierend und antitumoral erwiesen. Damit zählt es zu den spannendsten Naturstoffen, die derzeit in der integrativen und komplementären Medizin untersucht werden.
Struktur: Diterpenlacton
Vorkommen: Besonders hoch konzentriert in den Blättern und Stängeln von Andrographis paniculata
Eigenschaften: Bitterer Geschmack, fettlöslich, biologisch aktiv auch in niedrigen Dosen
In der Ayurveda und Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird die Pflanze seit über 1000 Jahren eingesetzt, u. a. bei:
Erkältungen und Grippe
Fieber
Magen-Darm-Beschwerden
Leberentzündungen
Hautproblemen
Entzündungen aller Art
Die moderne Forschung hat zahlreiche molekulare Wirkmechanismen aufgedeckt:
Hemmung von NF-κB und MAPK → weniger entzündungsfördernde Botenstoffe
Aktivierung von Nrf2 → antioxidative Enzyme werden hochreguliert
Modulation des Immunsystems → T-Zellen und Makrophagen reagieren balancierter
Apoptose-Induktion → Krebszellen werden gezielt zum programmierten Zelltod gebracht
Antiangiogenese → Tumore bilden weniger Blutgefäße
Zahlreiche Studien zeigen, dass Andrographolid das Wachstum verschiedener Tumorarten hemmen kann: Brustkrebs, Prostata-, Darm-, Lungenkrebs und Leukämie.
Eine Studie von 2012 belegte, dass Andrographolid Apoptose in Leukämiezellen auslöst.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22532167/
Andrographolid blockiert Signalwege, die für die Wanderung und Invasivität von Krebszellen wichtig sind. Dadurch kann es die Bildung von Metastasen reduzieren.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24662820/
In präklinischen Studien zeigte sich, dass Andrographolid die Wirksamkeit von Chemotherapeutika verstärken und Resistenzen überwinden kann.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31244966/
Andrographolid hemmt die Neubildung von Blutgefäßen in Tumoren, was das Wachstum einschränkt.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18425334/
In Skandinavien wird Andrographis seit Jahrzehnten erfolgreich als pflanzliches Mittel gegen Erkältungen verwendet. Klinische Studien belegen eine Verkürzung der Krankheitsdauer und Abschwächung der Symptome.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18843796/
Laborstudien zeigen eine Wirksamkeit gegen:
Influenza
Hepatitis-Viren
Herpesviren
SARS-CoV-2
Eine Studie von 2021 fand antivirale Effekte von Andrographolid gegen SARS-CoV-2 in vitro.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34355663/
Andrographolid wirkt als Immunmodulator:
Stimuliert Makrophagen und NK-Zellen → bessere Abwehr gegen Infekte
Reguliert T-Helferzellen → weniger Überreaktionen bei Autoimmunerkrankungen
Senkt überschießende Zytokinstürme (z. B. bei Virusinfektionen)
Studien deuten darauf hin, dass Andrographolid:
Bluthochdruck senken kann
Blutfettwerte verbessert
Arteriosklerose hemmt
Insulinempfindlichkeit steigert
Eine Untersuchung von 2011 zeigte Effekte auf Cholesterin- und Triglyzeridwerte.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22200645/
Da Andrographolid die Blut-Hirn-Schranke überqueren kann, ergeben sich interessante Ansätze bei:
Schlaganfall → Schutz vor neuronalen Schäden
Alzheimer → Hemmung von Amyloid-β-Ablagerungen
Parkinson → Schutz vor oxidativem Stress
Eine Studie von 2014 beschreibt die Schutzwirkung bei ischämischen Hirnschäden.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24849665/
Andrographis und Andrographolid gelten in üblichen Dosierungen als sicher.
Mögliche Nebenwirkungen: Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeit
Selten: allergische Reaktionen
Nicht empfohlen: während der Schwangerschaft (wegen möglicher wehenfördernder Wirkung)
In klinischen Studien wurden Dosierungen von 200–600 mg Extrakt pro Tag gut vertragen.
Die Forschung arbeitet aktuell an:
Nanopartikel-Formulierungen, um Bioverfügbarkeit zu erhöhen
Kombination mit Standardtherapien (z. B. Krebs- und Virustherapie)
Integrativen Konzepten, um Entzündungen und Immunbalance gleichzeitig zu beeinflussen
Andrographolid ist ein hochwirksamer Bitterstoff mit einem breiten therapeutischen Spektrum:
Krebshemmend
Antiviral und antibakteriell
Immunmodulierend
Herz-Kreislauf-schützend
Neuroprotektiv
Die bisherigen Studien sind vielversprechend, besonders in Bezug auf Krebs, Infektionen und Immunsystem. Klinische Großstudien stehen jedoch noch aus. Dennoch zählt Andrographolid schon jetzt zu den spannendsten Naturstoffen in der modernen komplementären Medizin.
Apoptose in Leukämiezellen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22532167/
Metastasenhemmung Brustkrebs: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24662820/
Chemo-Synergie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31244966/
Antiangiogenese: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18425334/
Erkältungsklinische Studien: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18843796/
SARS-CoV-2-Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34355663/
Herz-Kreislauf-Effekte: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22200645/
Neuroprotektion: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24849665/